Gedichte zum Frühlingsanfang – Popular German Poems for the First Day of Spring

popular german poems fruehlingsanfangAs you know, Germany is also often called “Das Land der Dichter und Denker” (the nation of poets and thinkers). And there have been a lot of great poets throughout the centuries who built up a treasure trove of popular poems and stories.

If you checked out my podcast series “Sprichwörtlich Deutsch” on Fair Languages, you also know that often parts of these popular German poems have found their way into everyday language in form of idioms and expressions we still use today, sometimes not knowing that they come from a poem.

As Winters tend to be very cold and long in Germany we have a very strong connection to the beginning of spring, der Frühlingsanfang. So it is not surprising that there numerous poems about this special time of the year. These days it is especially eagerly awaited by the male part of German society as it is the start for one of Germany’s favorite hobbies: das Grillen (barbecue) – but more on that in another post.

Today I would like to share some popular poems about the beginning of spring with you. Enjoy!

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Er ist’s

Frühling lässt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
— Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab’ ich vernommen!

Eduard Mörike

Winter ade!

So hört doch, was die Lerche singt!
Hört, wie sie frohe Botschaft bringt!
Es kommt auf goldnem Sonnenstrahl
Der Frühling heim in unser Tal,
Er streuet bunte Blumen aus
Und bringet Freud’ in jedes Haus.
Winter, ade!
Frühling, juchhe!

Was uns die liebe Lerche singt,
In unsern Herzen widerklingt 1).
Der Winter sagt: ade! ade!
Und hin ist Kälte, Reif und Schnee
Und Nebel hin und Dunkelheit —
Willkommen, süße Frühlingszeit!
Winter, ade!
Frühling, juchhe!

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Frühling übers Jahr

Das Beet, schon lockert
Sich’s in die Höh’,
Da wanken Glöckchen
So weiß wie Schnee;
Safran entfaltet
Gewalt’ge Glut,
Smaragden keimt es
Und keimt wie Blut.
Primeln stolzieren
So naseweis,
Schalkhafte Veilchen,
Versteckt mit Fleiß;
Was auch noch alles
Da regt und webt,
Genug, der Frühling,
Er wirkt und lebt.

Doch was im Garten
Am reichsten blüht,
Das ist des Liebchens
Lieblich Gemüt.
Da glühen Blicke
Mir immerfort,
Erregend Liedchen,
Erheiternd Wort;
Ein immer offen,
Ein Blütenherz,
Im Ernste freundlich
Und rein im Scherz.
Wenn Ros’ und Lilie
Der Sommer bringt,
Er doch vergebens
Mit Liebchen ringt.

Johann Wolfgang von Goethe

Frühlingsnacht

Übern Garten durch die Lüfte
Hört ich Wandervögel ziehn,
Das bedeutet Frühlingsdüfte,
Unten fängt’s schon an zu blühn.

Jauchzen möcht ich, möchte weinen,
Ist mir’s doch, als könnt’s nicht sein!
Alte Wunder wieder scheinen
Mit dem Mondesglanz herein.

Und der Mond, die Sterne sagen’s,
Und in Träumen rauscht’s der Hain,
Und die Nachtigallen schlagen’s:
Sie ist deine, sie ist dein!

Joseph von Eichendorff